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10 Kriterien zur Überprüfung Ihrer Traktorreifen in 10 Minuten

Verfasst von Traktorreifenexperte | 30 November 2021

Ihre Traktorreifen sind Verschleißteile, die sehr stark beansprucht werden. Sie benötigen zwar keine besondere Wartung und Instandhaltung, sollten aber regelmäßig kontrolliert werden, damit sie länger halten. Das mag Ihnen überflüssig erscheinen, aber wenn Sie es sich zur Gewohnheit machen, 10 Minuten Zeit für eine turnusmäßige Kontrolle einzuplanen, können Sie eventuelle Probleme lange vor einer Havarie feststellen, die Situation bereinigen und dadurch sicherstellen, dass Sie immer unter den besten Bedingungen arbeiten.

In diesem Artikel erfahren Sie, nach welchen 10 Kriterien Sie - nach einer gründlichen Reinigung - bei intensiver Nutzung einmal pro Monat bzw. nach jedem Arbeitseinsatz Ihre Reifen überprüfen sollten, um sich auch in Zukunft auf Ihr Arbeitsgerät verlassen zu können.

Visuelle Kontrollen in Parkposition

Zwecks Vermeidung böser Überraschungen bei der Arbeit, die Sie zu ärgerlichen Unterbrechungen zwingen können, empfehlen wir, bestimmte Reifenteile einer Sichtprüfung zu unterziehen, um eventuelle Anomalien bzw. beginnenden Verschleiß frühzeitig zu entdecken.

1. Ist der Reifen beschädigt oder weist er eine Anomalie auf?

Anhand einer Sichtprüfung der Seiten und der Lauffläche erkennt man schnell, ob der Reifen Schnitte, Beulen oder sonstige Beschädigungen aufweist.

Beule auf der Seiten- bzw. Lauffläche:

Hierbei handelt es sich um eine anormale Ausstülpung, die zumeist auf der Reifenflanke auftritt. Diese kann durch einen Stoß, eine Wurzel, einen Stein oder einen Zweig verursacht worden sein. Solche Beulen sind irreparabel.
Dieser Reifen muss ersetzt werden, um Unfälle oder Liegenbleiben bei der Arbeit zu vermeiden.

Eine Beule steht häufig mit einem Bruch des Innerliners des Reifens im ZusammenhangEine Beule steht häufig mit einem Bruch des Innerliners
des Reifens im Zusammenhang (Foto rechts)

Schnitte an den Seiten oder auf der Lauffläche des Reifens:

Kleine Schnitte am Boden der Struktur oder auf der Stollenoberfläche stellen im Allgemeinen kein Problem dar. Tiefere Schnitte müssen jedoch beobachtet werden, unabhängig von der Stelle, an der sie sich befinden.
Wenn Sie einen sehr tiefen Schnitt feststellen, sollten Sie den Reifen besser demontieren, um sich zu vergewissern, dass seine Struktur nicht ernsthaft beschädigt ist.

Aber aufgepasst: Bei einem Schnitt nach einem frontalen Aufprall, durch ein Metallteil oder einen scharfen Gegenstand könnte die Karkasse innen stärker beschädigt worden sein, als es die Größe des von außen eher klein aussehenden Schlitzes vermuten lässt. In diesem Fall ist eine Überprüfung von innen zwingend notwendig, da der Reifen beim Aufpumpen platzen könnte.

Beschädigungen der Butylschicht des Reifens:

Derartige Schäden machen sich in Form von Falten an der Reifenseite bemerkbar. Hervorgerufen werden sie von den ständigen Walkbewegungen, oder sie entstehen, weil der Reifen im Winter platt gelagert oder länger platt oder mit zu niedrigem Druck gefahren wurde.
Diese Falten sind ein Zeichen dafür, dass Ihr Reifen verbraucht ist und ersetzt werden muss.

2. Wurde die Felge beschädigt oder weist sie Anomalien auf?

Die folgende Kontrolle betrifft die Felgen. Bei einer kurzen visuellen Überprüfung des Felgenrandes, vor allem dort, wo die Wulst auf der Felge aufsitzt, kann man schnell feststellen, ob die Felge in Ordnung oder beschädigt ist.
Der Wulstbereich ist am empfindlichsten und sollte deswegen auf Beschädigungen überprüft sowie vor Schmutz und kleinen Steinchen geschützt werden, die aufgrund der Walkbewegungen des Reifens zu Druckverlust führen können.

Riss im FelgenbettRiss im Felgenbett

3. Ist das Rad im Bereich der Befestigungen korrodiert?

Stahlfelgen können bei einer intensiven Nutzung unter schwierigen Bedingungen leicht beschädigt werden.

Durch die ständigen Walkbewegungen des Reifens und eventuelle Stöße können kleine Risse und Korrosion an den empfindlichen Teilen des Rades entstehen.
Zur Vermeidung böser Überraschungen ist es wichtig zu überprüfen, ob es Korrosion auf den Felgen und speziell an den Radbefestigungen gibt und wie weit diese bereits fortgeschritten ist.

Deformationen der Stellen, an denen die Schrauben sitzen, sind weitere Probleme, die regelmäßig auftreten. Häufig entstehen sie deswegen, weil sich die Schrauben von selbst gelöst haben oder bei einer Reparatur nicht richtig festgezogen wurden.
Durch das Spiel kommt es zu Reibung mit den Schraubengewinden sowie, als Folge, zu Korrosion. Derartige Probleme können dazu führen, dass sich die Schrauben lockern und beim Fahren starke Vibrationen entstehen. Als Korrekturmaßnahmen bieten sich die Entfernung von Rost sowie das Festziehen lockerer Schrauben in regelmäßigen Abständen an.

4. Die Ventilkappe fehlt?

Dieses Detail wird von vielen Landwirten vernachlässigt, da die Kappe nicht so wichtig zu sein scheint. Das Ventil ist jedoch ein Schwachpunkt. Es soll die Luft im Reifen halten, was es aber nur kann, wenn es fest verschraubt ist. Die Kappe schützt diese Schwachstelle zusätzlich.

Ohne Kappe kann bereits ein kleiner Stoß auf den Ventileinsatz dazu führen, dass das Ventil undicht wird und Luft entweicht. Es besteht dann die Gefahr, dass Sie mit zu wenig Druck fahren, wodurch die Karkasse des Reifens beschädigt werden könnte. Und die ist mit Sicherheit sehr viel teurer als eine kleine Kappe.

5. Sind Fremdkörper vorhanden?

Ihre Agrarreifen werden bei der täglichen Arbeit stark beansprucht. Aus diesem Grund sollten Sie regelmäßig überprüfen, ob es Fremdkörper an den Seiten, auf der Lauffläche oder im Wulstbereich gibt, wie z. B. Äste, Erde, Steine usw. Diese Fremdkörper können zu Korrosion auf der Felge führen oder, und das ist häufiger der Fall, zu Problemen an der Wulst.

Überzeugen Sie sich bei Ihrer Kontrolle davon, dass der Kontaktbereich zwischen Felgenrand und Reifenwulst nicht beschädigt ist. Fremdkörper in diesem Bereich begünstigen Pannen im Zusammenhang mit den ständigen Walkbewegungen des Reifens beim Fahren. Stellen Sie auf jeden Fall sicher, dass Ihre Reifen nach jeder Verwendung gereinigt und vom Schmutz befreit werden.

6. Sind die Stollen ungleichmäßig abgefahren?

Wenn Sie sehen, dass die Stollen ungleichmäßig abgefahren sind, liegt das zumeist an einem Spurfehler.

Verschleiß bei Agrarreifen kann mechanisch bedingt sein, d. h. durch eine fehlerhafte Einstellung der Achse der beiden Traktorräder im Verhältnis zur Mittellinie der Achse verursacht werden.

  • Wenn die Vorderseite der Räder in Bezug auf die Achse des Traktors etwas nach außen steht, spricht man von Nachspur. Dann nutzt sich die Innenseite der Reifen schneller ab.
  • Wenn, im Gegensatz dazu, die Vorderseite der Räder etwas nach innen steht, spricht man von Vorspur. In diesem Fall konzentriert sich der Verschleiß auf die Radaußenseite.
In idealer Weise sollten Ihre Räder genau parallel zum Traktor stehen, um einen ungleichmäßigen Verschleiß der Stollen zu vermeiden.

Verschleiß im Zusammenhang mit einem SpurfehlerVerschleiß im Zusammenhang mit einem Spurfehler


Die Prüfung der Spur ist einfach und geht schnell. Mit dieser Maßnahme können Sie im Interesse einer längeren Lebensdauer Ihrer Agrarreifen schnell feststellen, ob ein Geometrieproblem vorliegt und dieses mit einer kleinen Nachjustierung sofort beheben.

Unregelmäßiger Verschleiß der Lauffläche kann ebenfalls durch Abnutzung der Achsen, der Zapfen oder der Lager verursacht werden.

Daneben kann Verschleiß auch nur an der Hinterachse vorliegen. Dazu kommt es, wenn die Achsen des Anhängers nicht fluchten und Sie damit viel auf der Straße fahren.

7. Haben die Reifen zu wenig oder zu viel Druck?

Die Kontrolle des Reifendrucks ist eine wichtige und unumgängliche Maßnahme. Nur mit dem richtigen Druck können die Reifen schwere Lasten tragen und gute Arbeitsbedingungen garantieren.

  • Wenn Sie immer mit zu wenig Luft fahren und das auch noch auf der Straße, werden Sie merken, dass Ihr Verbrauch steigt und das Gespann beim Bremsen und in Kurven nicht wirklich stabil ist. Darüber hinaus nutzen sich Ihre Reifen sehr viel schneller ab (die durchschnittliche Lebensdauer sinkt um 25 %).
    Wenn der Druck bei Straßenfahrten zu niedrig ist, erwärmen sich der Gummi und alle Metallteile über das normale Maß hinaus, so dass die Gefahr einer Havarie steigt.
  • Wenn Sie dagegen mit zu viel Luft fahren, führt das zu Problemen bei der Feldarbeit: Der Rollwiderstand und der Schlupf nehmen zu, parallel dazu steigt der Kraftstoffverbrauch um mehr als 20 %, und es entsteht Bodenverdichtung.

Kontrollen beim Fahren

Einige Kontrollen werden im Anschluss an die Kontrollen in Parkposition beim Fahren durchgeführt. Beim Fahren geht es vor allem darum, auf anormale Vibrationen, auf die Straßenlage und auf eventuelles seitliches Aufschaukeln zu achten.

8. Treten beim Fahren anormale Vibrationen auf?

Da Ihre Traktorreifen bei der täglichen Arbeit einiges aushalten müssen, wie z. B. Fahren in und über Spurrillen, auf schwerem Boden, auf abschüssigem Gelände usw., ist es nur normal, dass sich die Einstellungen am Traktor verändern.

Es kommt zu Vibrationen, die häufig auf einen Spurfehler zurückgeführt werden können, der eine Ursache für eine schnelle Abnutzung der Reifen ist:

  • Ein Spurfehler von 5 mm kann die Lebensdauer Ihrer Reifen um ca. 12 % verkürzen.
  • Ein Spurfehler von 15 mm (Vor- oder Nachspur) reduziert die Lebensdauer Ihrer Reifen um bis zu 36 %.

9. Ist die Spurtreue mangelhaft?

Ebenso wie anormale Vibrationen ist auch mangelhafte Spurtreue auf ein Problem mit der Spur zurückzuführen.

Je nachdem, wie Sie Ihren Traktor nutzen, kann sich die Geometrie schleichend verstellen. Wenn Sie eins der folgenden Probleme feststellen, liegt das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an der Spur:

  • Ihr Traktor zieht – ganz ungewohnt - leicht nach links oder rechts.
  • Die Lenkung geht nach einer Linkskurve schwerer in die Geradeausstellung zurück als nach einer Rechtskurve und umgekehrt.

10. Schaukelt sich der Traktor auf oder hüpft er?

Ungewöhnliche Schaukelbewegungen nach links oder nach rechts können viele Ursachen haben, wobei folgende am häufigsten sind:

Montagefehler:

Der Reifen könnte schlecht auf dem Felgensitz sitzen, weil die Wulst nicht richtig positioniert wurde. Das führt - allerdings nur bei schnellerem Fahren - dazu, dass das Fahrzeug zu schaukeln beginnt.

Unrunde Felgen:

Felgen dürfen leicht unrund sein. Eine jenseits der Toleranzen ovale Felge kann jedoch beim Fahren dieses anormale Schaukeln verursachen. Ist dem so, muss die Felge ausgetauscht werden, um einen schnellen Reifenverschleiß zu vermeiden.

Werkzeug zur Überprüfung des RundlaufsWerkzeug zur Überprüfung des Rundlaufs

Reifenfehler:

Auch der Reifen kann fertigungsbedingt eine Unwucht aufweisen und leicht eiern. Ihr Händler verfügt über das notwendige Werkzeug, um den Rundlauf (überall der gleiche Radius, vom Mittelpunkt gemessen) zu prüfen.

 


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Themen: Landwirtschaftsreifen-TECHNIK

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