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Wie kann man Schlupf bei Traktorreifen kontrollieren?

Sie möchten alles über Schlupf bei Traktorreifen wissen?

Verfasst von Traktorreifenexperte | 19 November 2021

Übermäßiger Schlupf bei Traktorreifen ist immer nachteilig: die Arbeit dauert länger, der Kraftstoffverbrauch steigt, der Boden wird glattgeschmirgelt und verdichtet und die Reifen verschleißen schneller.
Die Nichtbeachtung der Schlupfrate wirkt sich also sehr negativ auf die Rentabilität Ihres Unternehmens aus. Daher ist Schlupf zu kontrollieren.
Dazu muss man allerdings wissen, dass für eine gute Traktion etwas Schlupf notwendig ist, aber eben nur bis zu einer bestimmten Grenze, die Sie unbedingt einhalten müssen.

In diesem Artikel erfahren Sie, auf welche Punkte Sie achten müssen und mit welchen Einstellungen Sie einen optimalen Schlupf erhalten.

1. Schlupf hängt direkt von der Art des Bodens und von den klimatischen Bedingungen ab

Für Schlupf bei Traktorreifen sind mehrere Parameter verantwortlich. Zu diesen gehören zuallererst die Bodenstruktur Ihres Ackers zu Beginn der Arbeit. Diese Struktur hängt wiederum von der Bodenart, von seinem Feuchtigkeitsgehalt und von den Witterungsbedingungen ab.

Um voranzukommen, komprimieren Ihre Räder die Erde, bis sie auf einen Widerstand treffen, um dann das Drehmoment auf die Felge zu übertragen.

Dieser Widerstandspunkt der Erde ist jeden Tag anders und hängt sowohl vom Wetter als auch von der Zusammensetzung des Bodens ab. Er bestimmt die Schlupfrate der Räder, wobei man wissen muss, dass Leistungsverluste durch Schlupf je nach klimatischen Bedingungen und Reifenqualität - Technologie, Modell, Druck usw. - 30 % und mehr betragen können:

  • Technologie,
  • Entwurf,
  • Arbeitsdruck.

Es ist also besser, bereits vor Beginn der Arbeit auf diese Parameter zu achten und die Technik so anzupassen, dass übermäßiger Schlupf vermieden wird.

Zu welchem Bodentyp gehören Ihre Äcker?

Die Art des Bodens hat einen direkten Einfluss auf den Schlupf bei Traktorreifen.

PUm unter den besten Bedingungen zu arbeiten und dabei Ihre Böden zu schonen, sollten Sie zunächst den Typ und den Zustand Ihres Ackerbodens analysieren.

Ein tonhaltiger, nasser Boden vergrößert die Gefahr des FestfahrensUEin tonhaltiger, nasser Boden vergrößert die Gefahr des Festfahrens

Trockener und harter Boden:

Wenn der Boden trocken und eher kompakt ist, können Sie ihn mit Fahrzeugen aller Art befahren, ohne Schlupf befürchten zu müssen. Die Reifen sinken kaum ein und finden problemlos Abstützung. In diesem Fall ist die Schlupfrate sehr niedrig.
Trotzdem sollten Sie auf rutschige Stellen achten, die auch auf hartem Boden Schlupf verursachen können.

Trockener, aber sandiger Boden

Ist der Boden trocken, aber nicht fest, treffen die Reifenstollen auf nur wenig Widerstand. Ein sandiger Boden hat nur wenig Zusammenhalt.
Auf einem derartigen Untergrund verpufft die Traktionskraft, weil sich die Stollen nirgendwo abstützen können. Also sinkt der Reifen ein, um dort, in der Tiefe, auf Widerstand zu treffen. Unter diesen Bedingungen ist der Schlupf hoch, der Kraftstoffverbrauch steigt und die Reifen nutzen sich schneller ab.

Bei diesen Gegebenheiten besteht die einzige Lösung darin, mit sehr niedrigem Druck zu arbeiten, um mehr Reifenkontaktfläche mit dem Boden zu erhalten, wodurch die Möglichkeit für die Stollen steigt, Halt und Abstützung zu finden.

Lockerer, leichter Boden:

Die Erde ist krümelig und ein bisschen feucht, wenn Sie einen Erdklumpen mit der Hand zerdrücken. Die einzelnen Erdbrocken lassen sich leicht mit den Fingern zerteilen.

Auf einem derartigen Boden können Sie ohne Schlupfgefahr arbeiten, die Traktion dürfte hier optimal sein.

Feuchter, klebriger Boden:

Bei einem ziemlich feuchten, tonigen Boden sollten Sie (nach Möglichkeit) abwarten, bis er abgetrocknet ist, um Schlupf und Verdichtung durch die Räder zu vermeiden.

Genauer gesagt, ein zu feuchter Boden bewirkt, dass die Reifen rutschen, wodurch er unweigerlich verletzt wird und der Kraftstoffverbrauch und der Reifenverschleiß zunehmen.

Sind die klimatischen Bedingungen und die Jahreszeit für die Bodenbearbeitung geeignet?

Die Witterungsbedingungen und die Jahreszeiten gehören zu den Bedingungen, die bei der Optimierung der Arbeit und der Steigerung eine wichtige Rolle spielen.

Schlupf: Achten Sie auf die klimatischen BedingungenSchlupf: Achten Sie auf die klimatischen Bedingungen


Wenn Sie bei Feuchte zu Beginn der Saison pflügen oder eggen und zu Saisonende Mais oder Rüben ernten müssen, ist das Schlupfrisiko sehr hoch.

Dann ist es wichtig und notwendig, vor jeder Arbeit den Druck zu berechnen und richtig einzustellen. Auch die Qualität der Reifen, die Flexibilität der Karkasse, das Stollenprofil und der Abnutzungsgrad spielen eine wichtige Rolle und gehören zu den Parametern, die die Selbstreinigung beeinflussen, d. h. die Fähigkeit des Reifens, sich von der Erde zu befreien, die sich zwischen seinen Stollen ansammelt.

 

2. Schlupf hängt von der Reifengröße ab

Zur Reduzierung von Reifenschlupf gibt es mehrere Möglichkeiten. Eine effiziente Lösung ist, wenn Sie in einer Region arbeiten, in der es fast immer feucht ist und die Böden tonhaltig sind, die Breite des Bodenaufstands Ihrer Reifen zu vergrößern, damit Ihnen mehr Traktion zur Verfügung steht. So könnten Sie z. B. beim Kauf eines neuen Reifensatzes zu einer größeren Serie wechseln (75, 70, 65 oder auch 60, sofern notwendig).

Bei breiteren Reifen vergrößert sich die Kontaktfläche mit dem Boden. Daneben können Sie aber auch mit mehr Last fahren, ohne tiefer in den Boden einzusinken. Somit bleibt der Schlupf auch bei Nässe unter Kontrolle.

 

3. Die Einstellung des richtigen Drucks in Abhängigkeit von der Last

Bei der Arbeit mit schwerem Gerät auf dem Feld neigt man im Allgemeinen dazu, den Druck zu erhöhen, damit die Reifen nicht übermäßig einfedern. Allerdings ist dieser „Überdruck“ nicht immer eine gute Lösung und unter bestimmten Umständen sogar kontraproduktiv.

Schlupf in Verbindung mit einem zu hohen Druck auf schwerem BodenSchlupf in Verbindung mit einem zu hohen Druck auf schwerem Boden

Reifen, die mit zu viel Druck gefahren werden, verursachen mehr Schlupf, einen höheren Rollwiderstand und mehr Bodenverdichtung

Als Faustformel mag gelten, dass der Druck im Inneren des Reifens dem Druck entspricht, der auf den Boden ausgeübt wird.

Wir raten Ihnen dringend davon ab, bei Nässe mit zu viel Druck zu fahren, da Ihre Reifen dann, auch wenn sie die zusätzlichen Lasten tragen können, tiefer in den Boden einsinken, bis sie auf Widerstand treffen. Sie verursachen also mehr Schlupf. Je mehr Schlupf, umso mehr Kraftstoff verbrauchen Sie: Eine Schlupfrate von 30 % kann für bis zu 20 % Kraftstoff-Mehrverbrauch verantwortlich sein.

Reifen, die tiefer in den Boden einsinken, vergrößern auch den Rollwiderstand, da sich erheblich mehr Erde vor den Rädern befindet. Aus diesem Grund benötigen sie zum Fahren mehr Energie, wobei man wissen muss, dass 1 cm mehr Tiefe zu einem Kraftstoffmehrverbrauch von 10 % führt.

Um diese mit Schlupf und Rollwiderstand verbundene Probleme zu umgehen, empfiehlt es sich, mit einem sehr niedrigen Druck von ca. 0,8 bar zu arbeiten, wenn das die Technologie Ihrer Reifen gestattet.

 

4. Berechnung der Schlupfrate vor Beginn der Arbeit

Wenn die Kabine Ihres Traktors mit keiner Schlupfkontrolle ausgerüstet ist, sollten Sie vor Beginn der Arbeit die Schlupfrate Ihrer Zugmaschine in Verbindung mit den verwendeten Werkzeugen, der Art des Bodens und den klimatischen Verhältnissen bestimmen.
Anhand dieser Schlupfrate können Sie dann den Druck anpassen und eine bessere Übertragung der Traktion erhalten.

Berechnung der Schlupfrate von Traktorreifen

Zur präzisen Bestimmung der Schlupfrate bei Ankunft an Ihrem Arbeitsort führen Sie ganz einfach die folgenden Schritte durch:


Berechnung der Schlupfrate SCHRITT 1

SCHRITT 1. Markierung der Seite des Hinterrads des Traktors: Sie bringen eine Markierung an der Stelle an, an der sich das Rad mit dem Boden in Kontakt befindet.


Berechnung der Schlupfrate SCHRITT 2

SCHRITT 2. Durchführung von 10 Umdrehungen des Hinterrads: Sie pflügen, bis das Hinterrad 10 Umdrehungen absolviert hat und markieren dann die Ankunftsstelle auf dem Boden.


Berechnung der Schlupfrate SCHRITT 3

SCHRITT 3. Rückkehr zum Ausgangspunkt: Nach Rückkehr zum Ausgangspunkt fahren Sie dieselbe Strecke zwischen den beiden Markierungen auf dem Boden mit angehobenem Pflug und zählen die Anzahl der Umdrehungen.


Wir gehen hier als Beispiel davon aus, dass das Hinterrad beim zweiten Zurücklegen der Strecke mit angehobener Pflugschar 9,1 Umdrehungen absolviert hat. Die Berechnung ist folgende:

Schlupf in % oder Schlupfrate

Die Schlupfrate bei diesem Beispiel beträgt also = [(10 – 9,1) / 10] x 100 = 9%,
was für eine gute Übertragung der Motorleistung auf den Boden perfekt ist.

Liegt die Schlupfrate über 15 %, ist sie zu hoch. Dann müssen Sie den Druck reduzieren, um die Aufstandsfläche des Reifens auf dem Boden zu vergrößern. Bei einer Schlupfrate von über 20 bis 25 % sollten Sie in Erwägung ziehen, abzuwarten und diesen Acker später bearbeiten, wenn der Boden abgetrocknet ist.

 

5. Der Beitrag von IF-Hochtechnologiereifen zur Reduzierung von Schlupf

Zu den Lösungen, mit denen der Schlupf von Agrarreifen besser kontrollierbar ist, gehören IF-Reifen (Improved Flexion). Mit ihnen kann man mit sehr niedrigem Druck arbeiten, was Schlupf reduziert und die Traktionsfähigkeit steigert.

Da diese Reifen mit niedrigem Druck fahren können, ist ihr Bodenaufstand breiter, so dass die Stützzone der Stollen ebenfalls größer ist.

IF-Reifen (verbesserte Einfederung) zeichnen sich durch eine höhere Flexionsfähigkeit der Seiten aus, was an der Verwendung robusterer und technisch fortschrittlicher Materialien für die Herstellung ihrer Karkassen liegt. In der Praxis bedeutet das, dass man mit diesen Reifen der neuen Generation mit sehr niedrigem Druck bei gleichzeitiger Erhöhung der Tragfähigkeit um 20 % im Verhältnis zu Standard-Agrarreifen fahren kann.

IF-Karkassen haben aber auch noch andere wichtige Vorteile, vor allem die Zeitersparnis bei der Druckregelung. Diese Reifen wurden nämlich konstruiert, um sowohl auf dem Feld als auch auf der Straße ohne Druckregelung in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit fahren zu können. Sie müssen also nicht mehr aus Ihrer Kabine steigen, um den Druck immer dann einzustellen, wenn Sie von einem Bodentyp zum anderen wechseln.

IF-Reifen bieten einen außergewöhnlichen Fahrkomfort und begrenzen die Gefahr einer Beschädigung der Karkasse z. B. infolge eines falsch eingestellten Drucks. Daneben sind sie eine interessante Lösung zur Vermeidung teurerer Zwillingsreifen für die Arbeit bei Nässe.

 


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Themen: Landwirtschaftsreifen-TECHNIK

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