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Wie meine Agrarreifen Bodenverdichtung verursachen

Verfasst von Traktorreifenexperte | 03 Oktober 2021

Übermäßige Bodenverdichtung kann zu Ertragsverlusten von 20 % bis 50 % führen. Es handelt sich also um ein erstes Problem, auch wenn die Verdichtung an sich unsichtbar ist, nachdem Sie Ihre Arbeit beendet haben. Bodenverdichtung wird einzig und allein durch das Befahren der Böden mit Maschinen verursacht.
Die gute Nachricht: Sie können etwas dagegen tun und dieses Problem sogar vermeiden, wenn Sie über die richtigen Informationen dafür und über eine Technik verfügen, die für Ihre Ackerböden geeignet ist.

In diesem Artikel erfahren Sie, was Sie wissen sollten, um die Qualität Ihrer Böden zu bewahren und um auch in der Zukunft gute Ernten einfahren zu können.
Am Anfang steht dabei immer die Bestimmung des Zustands Ihrer Böden, gefolgt von einem gezielten Umgang mit Verdichtung und der Festlegung von Maßnahmen, die vermeiden, dass Ihr kostbarstes Kapital geschädigt wird.

1. Wie können Sie feststellen, ob Ihr Boden übermäßig verdichtet ist oder nicht?

Wir unterscheiden zwischen drei Arten von Bodenverdichtung:

  1. Der oberflächlichen Verdichtung im Zusammenhang mit dem Reifendruck und dem Gewicht der Landmaschinen (bis 20 cm Tiefe).
  2. Der Pflugsohle, die sich im Laufe der Bearbeitung mit der Pflugschar immer in derselben Tiefe herausbildet (30 bis 40 cm).
  3. der tiefen Verdichtung, die im Wesentlichen auf das Gewicht der Maschinen zurückzuführen ist (60 cm und tiefer).

Die tiefe Verdichtung verursacht den größten Schaden, da sie sich negativ auf die Erträge auswirkt, weil sie das Wurzelwachstum Ihrer Pflanzen hemmt und das Speichern von Wasser in der Tiefe behindert. Es gibt mehrere Methoden, anhand derer Sie feststellen können, ob Ihr Boden übermäßig verdichtet ist oder nicht.

Erstellung eines Kulturprofils

Das Kulturprofil ist eine Technik zur visuellen Überprüfung des Bodens, mit der Sie optische Informationen über das Ausmaß der Verdichtung erhalten. Diese Technik besteht darin, senkrecht zur Fahrtrichtung der Landmaschinen einen ca. 70 cm tiefen Graben zu graben, um die Schichten sehen zu können, die den Boden Ihres Ackers bilden.

Sie können dann überprüfen, ob es eine Pflugsohle gibt oder nicht, ob eine Regenwurmgalerie vorhanden ist oder nicht und wie sich die die Wurzeln Ihrer Kulturen entwickeln (gerade und tiefe Wurzeln, abgeknickte Wurzeln, viele Seitenwurzeln oder nicht).

Graben zur Beobachtung der BodenstrukturGraben zur Beobachtung der Bodenstruktur


Mit den Erdbrocken, die in jeder Tiefe ausgehoben werden, können Sie die Form und die Größe der Aggregate analysieren, den Feuchtigkeitsgehalt bestimmen und untersuchen, ob biologisches Leben in der Tiefe vorhanden ist.

Verwendung eines Penetrometers

Mit diesem Gerät können Sie die Dichte in den oberen Bodenschichten bestimmen. Durch Einführen der Penetrometerstange in den Boden wird die Kraft gemessen, die für das Eindringen des Werkzeugs notwendig ist. Je größer die Kraft, umso verdichteter ist Ihr Boden.

Penetrometer zur Messung von BodenverdichtungPenetrometer zur Messung von Bodenverdichtung


Das Ergebnis dieser Analyse hängt auch von der Feuchtigkeit im Boden ab. Um signifikante Resultate zu erhalten, wird empfohlen, diese Messung im Frühjahr auf einem abgetrockneten Boden durchzuführen.
Das bedeutet, dass Sie, wenn Sie ein belastbares Ergebnis erhalten möchten, diesen Test nicht durchführen sollten, wenn es zu warm (zu trockener Boden) oder zu kalt (gefrorener Boden) ist.

Vorhandensein von Oberflächenwasser

Bodenverdichtung wird häufig durch Pfützen angezeigt, die sich außerhalb der Stellen bilden, an denen das Wasser normalerweise steht, z. B. in natürlichen Abflusszonen. Schlechtes Eindringen von Wasser ist ein Zeichen für Bodenverdichtung durch Landwirtschaftsreifen, da die kompakten tiefen Schichten das Eindringen des Wassers in den Unterboden verhindern.

Auf der Oberfläche stehendes WasserAuf der Oberfläche stehendes Wasser
 

Schlechte Entwicklung der Kulturen

Wenn Sie feststellen, dass sich Ihre Kulturen auf demselben Acker ungleichmäßig entwickeln, ist das ein Zeichen für eine zu starke Bodenverdichtung. Wenn ein Teil der Kulturen schneller reif ist und wenn die Pflanzen unterschiedlich groß sind, bedeutet das, dass die Durchwurzelung des Bodens aufgrund von Verdichtung ungleichmäßig ist.

 

2. Folgen übermäßiger Bodenverdichtung

Zu starke Verdichtung kann mit der Zeit zu einem nicht korrigierbaren Produktionsabfall führen und demzufolge zu Ertragsverlusten in der Größenordnung von 20 %, bei einigen Kulturen sogar von bis zu 50 %.

Bodenverdichtung behindert das Wurzelwachstum

Übermäßige Bodenverdichtung behindert das Wurzelwachstum der Kulturen. Je nach Art der Kultur sind die Wurzeln mehr oder weniger gut in der Lage, in die verdichteten Schichten einzudringen, so dass die Pflanze nicht alle Ressourcen in ihrem Bodenumfeld nutzen kann.

Für Sonnenblume, Gerste, Weizen und Luzerne ist das weniger wichtig, dafür aber um so bedeutender für Raps und andere Leguminosen wie Karotten und Rüben.

Bei diesen Letztgenannten ist es ja die Wurzel, die geerntet und vermarktet wird. Ein zu fester Boden behindert deren Entwicklung und führt zu ungleichmäßig entwickelten, verformten oder auch weniger zuckerhaltigen Produkten bei Rüben. Diese werden dann zu einem niedrigeren Preis gehandelt, da sie nicht so gut verwertbar sind.

Bodenverdichtung begünstigt, dass das Wasser abfließt sowie Erosion

Stehendes Wasser auf der Oberfläche drei Tage nach einem Unwetter zeigt übermäßige Bodenverdichtung an. Es neigt dazu, ungenutzt abzufließen und nimmt dabei die Ackerschicht mit. Dieser Wasserüberschuss in feuchten Zeiten ist umgekehrt proportional bei Trockenheit, bei der das Wasser nicht einsickern kann und sich keine Wasserreserve im Unterboden bildet. Unter diesen Bedingungen ist dann das Risiko für Trockenheit in warmen Perioden hoch.

Zu viel stehendes Wasser auf der OberflächeZu viel stehendes Wasser auf der Oberfläche
 

Übermäßige Bodenverdichtung behindert die Regeneration des Bodens und das biologische Leben

Zu starke Bodenverdichtung schadet der Bodenstruktur, ihrer biologischen Vielfalt, der Belüftung und führt zu Ersticken.

Bei oberflächlicher Verdichtung aufgrund von zu viel Druck oder Last nimmt das biologische Leben im Boden ab. Das ist schlecht, denn die Regenwürmer sind ein wichtiger Verbündeter des Landwirts. Ist ihre Population hoch, erfolgt die Wasserdrainage zehn Mal schneller. Die Regenwürmer graben vertikale Galerien in den Boden, aufgrund derer sich das Wurzelwachstum der Kulturen beschleunigt, die so schneller in die tiefen, feuchteren Bodenschichten gelangen können.

 

3. Verdichtet sich Ihr Boden leicht?

Um eventuellen Verdichtungsproblemen des Bodens vorzubeugen, sollten Sie wissen, welchen Bodentyp Sie haben und ob er leicht verdichtet. Hier einige Faktoren, die dabei eine Rolle spielen:

1. Die Tragfähigkeit des Bodens verstehen

Als Tragfähigkeit des Bodens wird seine Fähigkeit bezeichnet, Lasten auszuhalten, die von den Reifen der Landmaschinen bei der Arbeit übertragen werden. Die Tragfähigkeit hängt von der Bodenstruktur und vom Feuchtigkeitsgehalt des Bodens ab.

Unabhängig davon sollten Sie bei sehr feuchten Bedingungen aufpassen und Arbeiten nach Möglichkeit begrenzen, um den Boden weder plattzufahren noch zu verdichten, was sowohl für die Struktur des Bodens als auch für dessen Leben schädlich ist.

2. Die verschiedenen Zustände des Bodens

Harte und kompakte Erde

Wenn die Erde hart ist und sich die Erdbrocken schlecht voneinander lösen, hat der Boden eine gute Tragfähigkeit, so dass Sie alle Arten von Landmaschinen problemlos einsetzen können. Der Boden ist nämlich bereits mechanisch verdichtet, so dass der von Ihren Reifen ausgeübte Druck nur wenig Wirkung auf ihn entfaltet.


Feuchte und klebrige Erde

Im Unterschied zu einem harten Boden ist feuchte Erde mit Wasser getränkt, das sie sehr weich und klebrig macht. Je feuchter der Boden, umso größer ist das Risiko für Verdichtung. Es ist nicht empfehlenswert, auf einem derartigen Boden zu arbeiten, sofern er noch nicht ausreichend abgetrocknet ist, da die Erde jetzt sehr empfindlich und sensibel auf Reifendruck jeder Art reagiert.

Die Tragfähigkeit des Bodens ist null, was bedeutet, dass der Boden unabhängig von der verwendeten Technik bis in die Tiefe verdichtet wird. Er verformt sich unter der Last, verursacht übermäßigen Schlupf, wobei es unter diesen Bedingungen egal ist, welche Reifen Sie fahren.


Krümelige und leichte Erde

Eine leichte und lockere Erde, die leicht krümelt, wenn Sie sie in die Hand nehmen, ist der Normalzustand. Diesen Boden können Sie bedenkenlos bearbeiten. Die Arbeitsbedingungen sind jetzt gut, da die Tragfähigkeit des Bodens durchschnittlich ist. Allerdings sollten keine schweren Geräte oder ungeeignete Reifen mit einem zu hohen Druck zum Einsatz kommen.

 

4. Wie können Sie Verdichtung vermeiden, obwohl Ihre Äcker alle obigen Probleme aufweisen?

Bodenverdichtung ist kein Schicksal. Ganz im Gegenteil, es stehen mehrere Lösungen bereit, um dieses Problem zu lösen. Die effizienteste Methode ist die Bodenbearbeitung.

Ziel dieser Bearbeitung ist es, die kompakten Schichten aufzubrechen, um das Einsickern von Wasser in den Unterboden zu gestatten, die tieferen Schichten zu belüften, um das Wurzelwachstum anzuregen und die Rückkehr des biologischen Lebens zu fördern.

Verdichtete Schicht unter der Pflugsohle
Verdichtete Schicht unter der Pflugsohle


Ein mechanische Tiefenlockerung bricht den Boden unter der kompaktierten Schicht bzw. der Pflugsohle auf. Der Boden wird geöffnet, ohne die Erdscholle zu zerstören oder umzudrehen. Diese Arbeit wird in der trockenen Jahreszeit durchgeführt, um den Boden vorzubereiten und damit er in der feuchten Jahreszeit das Wasser besser speichern kann.

Aber Achtung!

Durch die Lockerung werden die Ursachen für die Verdichtung nicht gleich mitbeseitigt. Notwendig ist auch eine Änderung der Arbeitstechnik, um langfristig wirklich effizient zu arbeiten und zu vermeiden, dass man diese kraftstoffzehrende Arbeit immer wieder durchführen muss.

 

5. Wie Sie Bodenverdichtung zukünftig reduzieren bzw. vermeiden können

Bodenverdichtung ist leicht vermeidbar, da es mehrere Lösungen gibt, die die Gefahr von Verdichtung begrenzen. So ist es z. B. bereits ausreichend, alle Landmaschinen mit IF-Reifen auszustatten. Diese Reifen sind dafür bekannt, dass sie mit niedrigem Druck arbeiten können sowie einen breiteren Bodenaufstand haben, wodurch sich die Last der Maschine auf einer größeren Bodenfläche verteilt.

Hier einige technische Lösungen, die Sie anwenden können, um Bodenverdichtung zu reduzieren bzw. sogar zu vermeiden:

Den Reifendruck reduzieren

Der Reifendruck hat einen direkten Einfluss auf den Bodenzustand. Allgemein kann man sagen, dass der Reifeninnendruck dem Druck entspricht, der auf den Boden ausgeübt wird. Daraus ergibt sich, dass je niedriger der Druck ist, der Boden auf Ihrem Acker entsprechend weniger verdichtet. Bei einem niedrigeren Reifendruck wird der Reifen und nicht der Boden zusammengedrückt, weil sich dessen Aufstandszone und damit die Tragfähigkeit erhöht.

AVergrößerung der Bodenaufstandsfläche durch einen geringeren DruckVergrößerung der Bodenaufstandsfläche durch einen geringeren Druck

Breitere IF-Reifen aufziehen

Tiefe Verdichtung ist oft einer zu hohen Achslast geschuldet. So drückt z. B. eine Last von vier Tonnen den Boden bis in eine Tiefe von 30 cm zusammen, bei sechs Tonnen sind es 40 cm und bei zehn Tonnen sogar 50 cm.

Leider können Sie nicht das Gewicht Ihrer Landmaschinen oder Ihres Traktors reduzieren. Aber keine Panik, Sie können stattdessen breitere Reifen oder Reifen mit einem größeren Durchmesser verwenden, sofern dies möglich ist. Damit verfügen Sie über ein größeres Luftvolumen, um die Last auf dem Boden auf einer größeren Fläche besser zu verteilen.

Sie können aber auch IF-Reifen (Improved Flexion) wie den Maxi Traction IF verwenden, um die Tragfähigkeit um bis zu 20 % zu erhöhen. Diese Reifen mit einer verbesserten Einfederung machen eine Fülldruckanpassung bei jedem Wechsel des Einsatzbereichs (Feld/Straße, Straße/Feld) überflüssig.

Mit Zwillingsreifen fahren

Die o. g. Lösungen eignen sich nicht immer für alle Situationen. Glücklicherweise haben wir noch einen weiteren Joker, mit dem Sie Bodenverdichtung vermeiden können: Zwillingsreifen. Diese Alternative ist interessant, vor allem, wenn Sie mit einem leistungsstarken Traktor und sehr schwerem oder sehr breitem Gerät arbeiten.

Das Prinzip besteht darin, die auf dem Boden ruhende Last durch Verteilung auf Zwillingsreifen zu begrenzen. Konkret bieten Zwillingsreifen zwei wesentliche Vorteile:

  • eine hervorragende Verteilung des Gewichts auf dem Boden mit niedrigerem Druck
  • eine geringere Schlupfrate bei einer hohen Traktionskraft

Zwillingsräder sind eine interessante Methode, wenn Sie große Flächen bearbeiten. Mit ihnen sparen Sie Zeit und sind folglich produktiver, ohne Ihre Böden zu verdichten.

 


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